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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Ist die FODMAP-arme Ernährung etwas für mich?

Eine FODMAP-Einschränkung eignet sich nur für Personen mit starken Verdauungsproblemen, denn sie ist komplex und aufwändig. FODMAP-haltige Nahrungsmittel wie Äpfel oder Vollkornbrot sind nicht generell ungesund und werden von der Mehrheit der Bevölkerung problemlos vertragen. Leiden Sie jedoch an belastenden Verdauungsbeschwerden wie chronischen Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfungen, kann eine FODMAP-arme Ernährung angemessen sein. Sprechen Sie am besten mit einem Arzt/Ärztin oder einer Ernährungsfachperson.

Warum gibt es unterschiedliche FODMAP-Listen?

Dazu gibt es verschiedenste Gründe:

Der Gehalt der Nahrungsmittel an FODMAP wird noch nicht so lange getestet. Früher waren einige Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Brombeeren noch nicht analysiert. In einigen Listen wurden sie dann wie Himbeeren in die FODMAP-arme Spalte eingereiht. Unterdessen wissen wir, dass Brombeeren FODMAP-reich sind und die verfrühte Einteilung ohne Messung falsch war. 

Ein anderes Beispiel ist Reismilch: Diese wurde früher als FODMAP-reich bezeichnet, da Messungen einen hohen Oligosaccharid-Gehalt ergeben haben. Unterdessen haben neue, genauere Messungen gezeigt, dass zwar bei der Reismilchherstellung gewisse Zuckerarten in der Grösse der Oligosaccharide entstehen, diese aber nur aus Glucose-Molekülen bestehen und somit keine FODMAP sind. In vielen Listen ist Reismilch aber immer noch als FODMAP-reich aufgeführt.

Bei Kokosmilch gibt es verschiedene Messresultate. Diese sind vermutlich vom Produkt bzw. der Sorte abhängig. Verschiedene Einteilungen sind die logische Folge.

Es gibt aber Listen, die auf dem falschen Verständnis des FODMAP-Konzeptes beruhen. FODMAP-arm muss zum Beispiel nicht komplett weizen- oder glutenfrei sein. Der Vermerk „Sojasauce glutenfrei“ ist darum schlicht falsch und unnötig!

Andere Listen-Unterschiede beruhen auf unterschiedlichen Esskulturen und Portionengrössen. Bei der Einteilung in FODMAP-arm oder –reich spielt die definierte Menge eines Nahrungsmittels eine entscheidende Rolle. 20 g Randen/Rote Beete beispielsweise sind FODMAP-arm.  Diese Menge wird in Australien für ein Sandwich verwendet und ist problemlos. In Europa gilt Randen/Rote Beete jedoch als FODMAP-reich, da üblicherweise 120-200 g  als Gemüse oder im Salat verzehrt werden.

Andere Unterschiede entstehen durch bewusste Vereinfachungen und Verallgemeinerungen. Unterdessen sind wirklich viele, auch exotische Früchte und Gemüse analysiert, dass aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht alle alles aufgeführt werden kann und deshalb auch gruppiert wird.

Das spielt teilweise auch bei Tofu mit. Normaler Tofu ist FODMAP-arm, Seidentofu jedoch FODMAP-reich. Angesichts des geringen Tofukonsums ist in gewissen Listen beides gemeinsam -zur Sicherheit in der FODMAP-reichen Spalte- aufgeführt.

Fehlerhaftes oder veraltetes Wissen auf Listen und in Büchern lässt sich nur schwer ausmerzen, da es häufig kopiert wird. Eine aktuelle, gründlich recherchierte Liste ist darum wesentlich. Eine solche finden Sie unter: Ernährungstabelle

 

Sind FODMAP ungesund?

Nein. FODMAP und FODMAP-haltige Nahrungsmittel sind nicht generell ungesund. Sie werden von der Mehrheit der Bevölkerung problemlos vertragen und haben sogar einen gesundheitlichen Nutzen für die Darmmikrobiota („Darmflora“). Zudem kommen FODMAP auch in vielen gesundheitlich wichtigen Nahrungsmitteln wie Milch, Äpfel oder Vollkornbrot vor. FODMAP sollten darum nur bei starken Verdauungsbeschwerden und nur für eine begrenzte Zeit strikt eingeschränkt werden. Viele FODMAP-sensitive Personen finden dann in der 2. Phase des FODMAP-Konzeptes heraus, dass sie bestimmte Mengen gewisser FODMAP-reicher Nahrungsmittel problemlos vertragen. FODMAP sollten darum längerfristig nur so stark eingeschränkt werden, wie bei einer Person individuell nötig ist.

Was ist der Unterschied zwischen Gluten und FODMAP?

Eine FODMAP-arme Ernährung und eine glutenfreie Ernährung überschneiden sich im Meiden bzw. Reduzieren von Weizen, Roggen und Gerste.

 

Eine FODMAP-arme Ernährung muss nicht glutenfrei sein, da Gluten kein FODMAP ist!

Glutenfreie Produkte enthalten keinen Weizen, können aber andere FODMAP-reiche Zutaten wie beispielweise Milch, Apfel oder Zwiebeln enthalten. Glutenfreie Produkte können darum, müssen aber nicht, FODMAP-arm sein. Das Lesen der Zutatenliste ist auch hier entscheidend!