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    FODMAP und Histamin

    Hier kommt der vierte und letzte Teil der Serie „FODMAP und…“

    Histamin und FODMAP sind völlig unterschiedliche Substanzen. FODMAP sind gewisse Zuckerarten und kleine Kohlenhydrate, welche in bestimmten Nahrungsmitteln vorkommen und bei empfindlichen Personen Verdauungsbeschwerden hervorrufen können. Ein Einschränken der FODMAP-haltigen Nahrungsmittel führt dann zu einer Reduktion der Beschwerden und zu einer besseren Lebensqualität.

    Histamin ist ein Eiweiss (biogenes Amin), das auch in bestimmten Nahrungsmitteln vorkommt, aber vor allem ein wichtiger Botenstoff im Körper bei verschiedenen immunologischen Vorgängen ist. Es gibt Personen, welche eine Unverträglichkeit auf Nahrungshistamin aufweisen, welche Histamin-Intoleranz genannt wird. Sie leiden meist nicht nur an Verdauungsbeschwerden, sondern können auch andere Beschwerden haben wie z.B. chronischer Schnupfen, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Probleme, Haut- oder Atemprobleme. Ein Einschränken der histaminreichen Nahrungsmittel kann dann verschiedenste Beschwerden reduzieren.

    Histamin entsteht unter anderem bei fermentativem Abbau in Nahrungsmittel und kommt z.B. in Käse, Wurstwaren und Wein vor. Der FODMAP-Gehalt hingegen reduziert sich bei Fermentationsprozessen in Lebensmitteln: Käse hat beispielsweise viel weniger FODMAP als Milch. FODMAP kommen aber beispielsweise auch in Weizen, Zwiebeln, Pilzen und Äpfel vor.

    In Studien konnte man nachweisen, dass sich die Histaminwerte im Urin unter einer FODMAP-armen Ernährung reduzieren. Eine FODMAP-Einschränkung hat also vermutlich auch einen Einfluss auf immunologische und entzündliche Prozesse im Körper. Bei diesem Thema gibt es allerdings noch viele offene Fragen.

    Eine FODMAP- und Histamin-Einschränkung in der Nahrung sollte nicht kombiniert werden. Einerseits kann so nicht beurteilt werden, was wie wirkt. Zudem ist es unmöglich, sich ausgewogen zu ernähren, wenn alle FODMAP- und histamin-reichen Nahrungsmittel gemieden werden.

    Falls Sie FODMAP und/oder Histamin als Ursache Ihre Beschwerden vermuten ist es wichtig, dass Sie sich ärztliche abklären lassen und sich an eine Ernährungsfachperson wenden.

    Eine Ernährungsumstellung sollten Sie immer zuerst probeweise, begrenzt und unter Begleitung einer Ernährungsfachperson machen. So kann der Zusammenhang von Nahrungsfaktoren und den Beschwerden am besten objektiviert werden. Denn es gibt bisher keine einfache (Blut-)Tests, welche eine FODMAP-Sensitivität oder eine Histamin-Intoleranz zuverlässig diagnostizieren können.

    November 2017. Dieser Text wurde durch meine Praxispartnerin und Histamin-Spezialistin Michèle Anklin überprüft.